28. Februar 2026

Giftige Pflanzen im Haus und der Natur

Gefahren für Hunde und Katzen

Hunde und Katzen kommen im Haus, Garten oder bei Spaziergängen regelmäßig mit Pflanzen in Kontakt. Viele bei uns häufig vorkommende Zimmer-, Garten- und Wildpflanzen enthalten jedoch Giftstoffe, die für Haustiere gesundheitsschädlich sein können.


Warum sind Pflanzen für Tiere giftig?

Viele Pflanzen bilden natürliche Abwehrstoffe, um sich vor Fraß zu schützen. Diese Stoffe können beim Tier unterschiedliche gesundheitliche Störungen auslösen. Besonders gefährdet sind junge, neugierige Tiere sowie Vierbeiner, die aus Langeweile oder für eine verbesserte Verdauung an Pflanzen knabbern. Oft reichen bereits kleine Mengen aus, um Probleme zu verursachen.


Häufige giftige Pflanzen in Niedersachsen

Garten- und Balkonpflanzen: Narzissen, Tulpen (insbesondere Zwiebeln), Hyazinthen, Krokusse, Maiglöckchen, Oleander, Rhododendron, Azalee, Hortensie, Kirschlorbeer, Eibe, Buchsbaum, Goldregen, Liguster, Seidelbast, Pfaffenhütchen, Alpenrose, Christrose, Engelstrompete, Rittersporn, Clematis, Wandelröschen (Lantane), Calla, Lilien, Thuja.

Wildpflanzen: Fingerhut, Herbstzeitlose, Eisenhut, Tollkirsche, Stechapfel, Jakobskreuzkraut, Bärenklau, Aronstab, Schierling, Einbeere, Wolfsmilchgewächse, Hahnenfußarten, grüne Eicheln, Efeu, Vogelbeere.

Zimmerpflanzen:  Dieffenbachie, Monstera, Einblatt (Spathiphyllum), Bogenhanf, Glücksfeder, Alpenveilchen, Weihnachtsstern, Flamingoblume, Efeutute, Caladium, Kroton, Pfeilblatt, Kalanchoe, Amaryllis, Drachenbaum.

Lebensmittelpflanzen:  Weintrauben, Kakao, Kaffee, Avocodo, Zwiebeln und Knoblauch.


Diese Übersicht zeigt eine umfangreiche Auswahl häufig vorkommender giftiger Pflanzen in Niedersachsen. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine vollständige botanische Liste.

Mögliche Anzeichen einer Vergiftung

Die Beschwerden nach der Aufnahme einer giftigen Pflanze können sehr unterschiedlich ausfallen. Welche Symptome auftreten, hängt von der Pflanzenart, der aufgenommenen Menge und der Empfindlichkeit des Tieres ab. Häufig zeigen sich zunächst Veränderungen im Magen-Darm-Bereich wie Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit oder vermehrtes Speicheln. Auch Unruhe, Zittern, Schwäche oder eine auffällige Teilnahmslosigkeit können Hinweise auf eine Vergiftung sein.

Bei einigen Pflanzen können zusätzlich Kreislauf- oder Herzprobleme auftreten. In schweren Fällen sind Atemstörungen, Gleichgewichtsschwierigkeiten oder Bewusstseinsveränderungen möglich. Nicht immer sind die Anzeichen sofort eindeutig – manchmal entwickeln sie sich schleichend über mehrere Stunden.

Wenn Sie beobachten, dass Ihr Tier nach dem Kontakt mit Pflanzen plötzlich ungewöhnliches Verhalten zeigt oder sich sein Allgemeinzustand verändert, sollte dies immer ernst genommen werden. 


Was TUn beim Verdacht auf eine Vergiftung?

Bleiben Sie möglichst ruhig, entfernen Sie Pflanzenreste aus dem Maul Ihres Tieres und sichern Sie – wenn möglich – eine Probe der Pflanze zur Identifikation. Bitte lösen Sie kein Erbrechen selbst aus. Kontaktieren Sie uns umgehend, damit wir die nächsten Schritte mit Ihnen besprechen können. Schnelles Handeln kann entscheidend sein.


Wie Sie Ihr Tier schützen können

Viele Vergiftungsfälle lassen sich durch einfache Vorsichtsmaßnahmen vermeiden. Ein bewusster Umgang mit Pflanzen im Haus, auf dem Balkon und im Garten ist dabei der wichtigste Schritt.

Für Hunde steht vor allem die Aufmerksamkeit bei Spaziergängen im Vordergrund. Viele Hunde fressen aus Neugier oder Langeweile Pflanzen am Wegesrand oder im Garten. Lassen Sie Ihren Hund daher nicht unbeaufsichtigt im Freien und achten Sie unterwegs darauf, dass er keine unbekannten Pflanzen aufnimmt. Im eigenen Garten empfiehlt es sich, giftige Zierpflanzen zu entfernen oder so abzusichern, dass Ihr Hund keinen Zugang hat.

Für Katzen gilt: Da sie häufig an Pflanzen knabbern – sei es aus Neugier oder für eine besserte Verdauung – sollten giftige Pflanzen grundsätzlich außer Reichweite stehen oder besser ganz ersetzt werden. Katzengras bietet eine sichere Alternative und lenkt vom Knabbern an ungeeigneten Pflanzen ab. Auch heruntergefallene Blätter oder Blüten sollten regelmäßig entfernt werden, da diese ebenfalls Giftstoffe enthalten können.

Unabhängig von der Tierart hilft es, sich einen Überblick über die Pflanzen im eigenen Haushalt zu verschaffen. Im Internet, Fachhandel oder in der Tierarztpraxis erhalten Sie Informationen zu geeigneten und ungeeigneten Pflanzen. Auch neue Pflanzen, die ins Haus oder in den Garten kommen, sollten vorab kurz überprüft werden. Giftige Lebensmittel sollten unzugänglich für Ihr Tier aufbewahrt werden.

Mit diesen Maßnahmen schaffen Sie eine sichere Umgebung, in der Ihr Tier unbeschwert entdecken und entspannen kann.


Wir sind für Sie da

Ein schöner Garten, sichere Spaziergänge und ein tierfreundliches Zuhause schließen sich nicht aus – mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich viele Vergiftungen vermeiden.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Pflanze für Ihr Tier gefährlich ist, oder Ihr Haustier Veränderungen im Verhalten zeigt, wenden Sie sich bitte sofort an uns.

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